Wo ist Skolimowskis Goldener Bär?

Jerzy Skolimowski ist eine beeindruckender Mann. Mit Sonnenbrille, Hund und Grandezza erschien der Regisseur, Drehbuchautor und Maler vor einer Woche zur Eröffnung von Filmpolska, das ihm in diesem Jahr die Retrospektive widmete. Und im Gespräch mit Knut Elstermann erzählte er auch, was ihn mit Berlin verbindet: Hier wurde er vor fast 50 Jahren einen Goldenen Bären ausgezeichnet, und zwar für „Le Départ“. Die Statue hat er aber nie erhalten. Wo also steckt der Bär? Die Berlinale-Pressestelle weiß mehr — ihre Auskunft könnte Skolimowski enttäuschen.
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Mit Roussel im Karussell

Eine Warnung vorneweg: Wer generell meint, dass zum Theater die Guckkastenbühne mit Vierter Wand zwischen Bühne und Zuschauerraum gehört, der ist bei „Locus Solus“ von vornherein verkehrt. Eine solche Trennung kann es hier auch nicht geben. Denn in Krzysztof Garbaczewskis Inszenierung an der Volksbühne sitzt das Publikum in der Mitte — was vielleicht schon die spannendste Idee an der Inszenierung des polnischen Regisseurs ist.

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Ein Agentenmärchen

Filmpolska läuft zwar noch ein paar Tage, aber für mich ist erstmal Schluss. Zum Ende des Workshops habe ich noch „Jack Strong“ gesehen, einen Riesenhit in Polen, der mir als „polnischer James Bond“ angekündigt wurde. Die Kritik in Kürze: Der echte James Bond ist mir lieber. Die Kritik in lang steht unten.

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Gespräch mit Gehörlosen

Nur der Vollständigkeit halber: Über das „Wycinka“-Gastspiel in Schwedt, vor dem ich mit der Schauspielerin Ewa Skibińska gesprochen hatte, habe ich auch etwas ausführlicher geschrieben. Der Text ist am 21. April in der gedruckten MOZ erschienen — und folgt jetzt hier.

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Ohne Kompromisse

„Hardkor Disko“ ist ein Knaller. Man muss überhaupt nicht wissen, wie der Film entstand und was sein Regisseur Krzysztof Skonieczny dazu zu sagen hat, um zu sehen, dass der Streifen ein Werk ist, das zwar vor Selbstbewusstsein kaum laufen kann, damit allerdings absolut Recht hat. Im Rahmen des Medienworkshops von Filmpolska habe ich Folgendes über „Hardkor Disko“ aufgeschrieben. Der Text erschien ebenfalls im Blog des Festivals und auf der Seite „Berliner Filmfestivals„.

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Zeit zum Entrümpeln

Endlich wieder Filmfestival! Im Rahmen von Filmpolska nehme ich in diesem Jahr am Medienworkshop des Festivals teil. Und weil ich dort nicht nur das Festival-Blog in Ordnung gebracht, sondern auch noch den einen oder anderen Text geschrieben habe, reiche ich diese hier nach. Los geht’s mit „Kleine Dellen“, dem Debüt-Spielfilm von Aleksandra Gowin und Ireneusz Grzyb.

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Beziehungsstatus: kompliziert

Manchmal ist es fast zum Heulen. Da gastiert Krystian Lupa, der Lehrmeister des polnischen Theaters, mit seiner gefeierten Inszenierung „Wycinka/Holzfällen“ nach Thomas Bernhard in Schwedt — und hierzulande kräht kein Hahn danach. Gerade einmal 30 der 500 verkauften Karten sind in Deutschland verkauft worden. Den Rest hat das Stettiner Theaterfestival „Kontrapunkt“, in dessen Rahmen das Gastspiel stattfand, an den Mann gebracht. Das ist schade, denn das Interesse war mit Sicherheit da. Als Krzysztof Warlikowski vor drei Jahren mit den „Afrikanischen Erzählungen“ an der Schaubühne gastierte, war das Haus voll.

Wie dem auch sei: Im Foyer der Uckermärkischen Bühnen wurde am 19. März in erster Linie polnisch gesprochen. Ich hatte Glück, dass mir beim Gespräch mit der Schauspielerin Ewa Skibińska ihr Kollege Ireneusz Rosinski sprachlich unter die Arme griff. Krystian Lupa, mit dem ich eigentlich verabredet war, konnte nicht kommen. Er war krank. Stattdessen berichtete mir Ewa Skibińska von der Arbeit mit Lupa, von der angespannten Situation der Theater in Polen und davon, was Thomas Bernhards „Holzfällen“ für sie ausmacht.  weiterlesen