Orgie im Menschenlabor

Parallel zur EM-Eröffnung gab es am Hans Otto Theater in der vergangenen Woche die Premiere von „Schöne neue Welt“. Das klingt erstmal nach Schullektüre in der Landeshauptstadt. Doch man sollte sich nicht täuschen: Das Regieteam um Alexander Nerlich hat einen an- und aufregenden Theaterabend geschaffen.

weiterlesen

Advertisements

Zwischen Bolschoi und Berghain

Olga Grjasnowa gehört zu den talentiertesten jungen Erzählerinnen hierzulande. Wie schade, dass sie sowohl mit „Der Russe ist einer, der Birken liebt“, als auch mit „Die juristische Unschärfe einer Ehe“ noch keinen völlig runden Text vorgelegt hat. Doch beide Romane lassen erahnen, was da noch so schlummert. Wohl auch deshalb hat das Berliner Gorki Theater die Texte auf die Bühne gebracht. Die Premiere der „Unschärfe“ (Regie: Nurkan Erpulat) fand am 24. Oktober statt — und für beide Vorführungen im Dezember gibt es noch Karten.

Foto: Baku/Azerbaijan (April 2011) | Dieter Zirnig | CC BY-NC 2.0

weiterlesen

„Weil er so ein geiler Autor ist“

… und immer wieder Brecht. Kaum ein Monat vergeht, an dem nicht in irgendeinem Theater in Deutschland ein Brecht-Stück seine Premiere feiert. An der Neuen Bühne Senftenberg bekommt der Dichter am 19. September gleich ein ganzes Fest. Was fasziniert an Brecht so sehr, dass er Jahrzehnte nach seinem Tod — und trotz juristischer Fallstricke — noch immer so gefragt ist? Wie lässt sich ein Dichter ins Jetzt holen, der Phänomene wie die Globalisierung nur erahnen konnte? (Schließlich gelingt das durchaus nicht immer.)

Ende August habe ich mich für die MOZ mit Manuel Soubeyrand, seit 2014 Intendant an der Neuen Bühne Senftenberg, über Brecht unterhalten. Er gibt mir Antworten — und wirbt kurz vor ihrem Tod um Verständnis für die Brecht-Erbin Barbara Brecht-Schall.

weiterlesen

Alles auf Null

Wie wunderbar es ist, unverhofft über ein herausragendes Buch zu stolpern! Mir ist das vor knapp anderthalb Jahren passiert, als ich zufällig bei Youtube (keine Ahnung, ob das Video noch da ist) über die Aufzeichnung des Bachmann-Preises gestolpert bin, bei der sich die Jury über Roman Ehrlichs Text „Das kalte Jahr“ streitet. Sowohl Lob als auch Verriss haben mich neugierig auf den Roman gemacht, und wenig später warb ich selbst flammend für ihn. In der MOZ schrieb ich damals dies:

weiterlesen

Mit Freude unter den Halbmond

Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ wird wohl für immer mit den Attentaten auf „Charlie Hebdo“ verbunden bleiben. Das macht die Lektüre des Buches nicht einfacher. Für die MOZ habe ich mich zum Erscheinungstermin am 16. Januar an eine Besprechung gewagt. Da online nur meine Ankündigung des Buches zu finden ist, folgt hier die komplette Rezension.

weiterlesen