Die Kühle der Pariser Nacht


Wieland Speck hatte es ja bereits vermutet: „Paris 05:59“ (im Original „Théo et Hugo dans la même bateau“) kommt bei den Zuschauern an. Später gab’s für den Film den Publikums-Teddy. Und mit Salzgeber hat er nach seinem Berlinale-Screening auch einen Verleih gefunden, dürfte also früher oder später im Kino zu sehen sein und startet mit großer Wahrscheinlichkeit auch seine Tingeltour über die kleineren Festivals. Grund genug, dem Film ein paar mehr Zeilen zu widmen.

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Zwischen Bolschoi und Berghain

Olga Grjasnowa gehört zu den talentiertesten jungen Erzählerinnen hierzulande. Wie schade, dass sie sowohl mit „Der Russe ist einer, der Birken liebt“, als auch mit „Die juristische Unschärfe einer Ehe“ noch keinen völlig runden Text vorgelegt hat. Doch beide Romane lassen erahnen, was da noch so schlummert. Wohl auch deshalb hat das Berliner Gorki Theater die Texte auf die Bühne gebracht. Die Premiere der „Unschärfe“ (Regie: Nurkan Erpulat) fand am 24. Oktober statt — und für beide Vorführungen im Dezember gibt es noch Karten.

Foto: Baku/Azerbaijan (April 2011) | Dieter Zirnig | CC BY-NC 2.0

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Rock gegen den ramponierten Ruf

Noch ein Nachdreh zu Serbien: Denn neben der Flüchtlingskrise und dem Kosovo-Streit wird dort natürlich auch gefeiert — und in Novi Sad beim Exit Festival sogar mit gutem Grund. Als ich vor zwei Jahren im Frühsommer schon einmal durch das Land gereist bin, habe ich auch die Veranstalter des Festivals getroffen. Und für die MOZ damals dies aufgeschrieben:

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Belgrader Zorn

Der Balkan taucht in den Nachrichten zurzeit vor allem als Flüchtlingsroute auf. Dabei gibt es in Serbien und den anderen Nachfolgestaaten Jugoslawiens durchaus auch andere Themen. So nähern sich derzeit sowohl das Kosovo als auch Serbien der EU an — was keineswegs ohne Reibung klappt. Bei der Pressereise nach Serbien gab es deswegen auch so einige rhetorische Volten und Spagate zu hören. Für die MOZ habe ich das am 26. Oktober aufgeschrieben.

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„Schon viel zu lange gewartet“

Wer derzeit als Flüchtling über die Balkanroute in Richtung Europäische Union will, der kommt an Serbien kaum vorbei. Auf einer Pressereise, veranstaltet von der EU-Kommission, habe ich in der vergangenen Woche unter anderem die Flüchtlingsunterkunft in Principovac nahe der Grenze zu Kroatien besucht. Es war ein ruhiger Tag. Doch die Situation kann sich jederzeit ändern. Bereits in dieser Woche sieht es in Principovac ganz anders aus. Für die Märkische Oderzeitung habe ich am Montag diese Reportage geschrieben.

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„Sei verflucht!“

Über Gehorsam habe ich bereits vor wenigen Wochen mit Robert Stadlober für die MOZ gesprochen. Anlass waren die Kleist Festtage, die sich in diesem Herbst das Motto „Ungeheuer Gehorsam“ gaben und die Stadlober mit seiner Eineinhalb-Mann-Performance „Private Peaceful“ (mit auf der Bühne stand Andreas Spechtl) nach Frankfurt (Oder) holten. Stadlober verriet mir in unserem kurzen Telefonat, dass er den Kriegsdienst total verweigert hat, und sprach von seiner „Abscheu gegenüber Gehorsam“. Wie er diese Abscheu auf der Bühne umsetzt, war am Donnerstag in Frankfurt zu sehen.

(Foto: Hamburger Kammerspiele/Isabell Koch)

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„Weil er so ein geiler Autor ist“

… und immer wieder Brecht. Kaum ein Monat vergeht, an dem nicht in irgendeinem Theater in Deutschland ein Brecht-Stück seine Premiere feiert. An der Neuen Bühne Senftenberg bekommt der Dichter am 19. September gleich ein ganzes Fest. Was fasziniert an Brecht so sehr, dass er Jahrzehnte nach seinem Tod — und trotz juristischer Fallstricke — noch immer so gefragt ist? Wie lässt sich ein Dichter ins Jetzt holen, der Phänomene wie die Globalisierung nur erahnen konnte? (Schließlich gelingt das durchaus nicht immer.)

Ende August habe ich mich für die MOZ mit Manuel Soubeyrand, seit 2014 Intendant an der Neuen Bühne Senftenberg, über Brecht unterhalten. Er gibt mir Antworten — und wirbt kurz vor ihrem Tod um Verständnis für die Brecht-Erbin Barbara Brecht-Schall.

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