Orgie im Menschenlabor

Parallel zur EM-Eröffnung gab es am Hans Otto Theater in der vergangenen Woche die Premiere von „Schöne neue Welt“. Das klingt erstmal nach Schullektüre in der Landeshauptstadt. Doch man sollte sich nicht täuschen: Das Regieteam um Alexander Nerlich hat einen an- und aufregenden Theaterabend geschaffen.

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Mit Roussel im Karussell

Eine Warnung vorneweg: Wer generell meint, dass zum Theater die Guckkastenbühne mit Vierter Wand zwischen Bühne und Zuschauerraum gehört, der ist bei „Locus Solus“ von vornherein verkehrt. Eine solche Trennung kann es hier auch nicht geben. Denn in Krzysztof Garbaczewskis Inszenierung an der Volksbühne sitzt das Publikum in der Mitte — was vielleicht schon die spannendste Idee an der Inszenierung des polnischen Regisseurs ist.

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Die Kühle der Pariser Nacht


Wieland Speck hatte es ja bereits vermutet: „Paris 05:59“ (im Original „Théo et Hugo dans la même bateau“) kommt bei den Zuschauern an. Später gab’s für den Film den Publikums-Teddy. Und mit Salzgeber hat er nach seinem Berlinale-Screening auch einen Verleih gefunden, dürfte also früher oder später im Kino zu sehen sein und startet mit großer Wahrscheinlichkeit auch seine Tingeltour über die kleineren Festivals. Grund genug, dem Film ein paar mehr Zeilen zu widmen.

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Zwischen Bolschoi und Berghain

Olga Grjasnowa gehört zu den talentiertesten jungen Erzählerinnen hierzulande. Wie schade, dass sie sowohl mit „Der Russe ist einer, der Birken liebt“, als auch mit „Die juristische Unschärfe einer Ehe“ noch keinen völlig runden Text vorgelegt hat. Doch beide Romane lassen erahnen, was da noch so schlummert. Wohl auch deshalb hat das Berliner Gorki Theater die Texte auf die Bühne gebracht. Die Premiere der „Unschärfe“ (Regie: Nurkan Erpulat) fand am 24. Oktober statt — und für beide Vorführungen im Dezember gibt es noch Karten.

Foto: Baku/Azerbaijan (April 2011) | Dieter Zirnig | CC BY-NC 2.0

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Mit Freude unter den Halbmond

Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ wird wohl für immer mit den Attentaten auf „Charlie Hebdo“ verbunden bleiben. Das macht die Lektüre des Buches nicht einfacher. Für die MOZ habe ich mich zum Erscheinungstermin am 16. Januar an eine Besprechung gewagt. Da online nur meine Ankündigung des Buches zu finden ist, folgt hier die komplette Rezension.

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„Unterkünfte sind wichtig, gute Unterkünfte!“

Ich muss es zugeben: Als ich mich im vergangenen Jahr auf die Berlinale vorbereitet habe und spät nachts noch Till Kleinerts „Der Samurai“ im Stream anschaute, hatte ich zunächst nicht viel erwartet. ‚Die werden schon wissen, warum der in einer Untersektion mitten in der Nacht läuft‘, dachte ich mir. Umso mehr wurde ich von der Wucht des nur 72 Minuten kurzen Filmes überrascht und fortgerissen.

Schon wenige Tage darauf, kurz vor Festivalstart, habe ich mit Regisseur Till Kleinert über den Film gesprochen, damals recht kurz angebunden am Telefon. Nun, ein Jahr später, will ich wissen, was aus „Der Samurai“ geworden ist, und Till hat sich die Zeit für ein längeres Gespräch genommen, das verkürzt am 6. Februar im Rahmen der Berlinale-Berichterstattung der Märkischen Oderzeitung erscheint. Ich treffe ihn Mitte Januar in einem Café am Rosa-Luxemburg-Platz. Till ist nicht nur pünktlich, er spricht auch überlegt und konzentriert, sodass wir uns nicht nur über die Rezeption des „Samurai“ unterhalten können, sondern auch noch Zeit haben, über das Filmemachen allgemein und den Dreh in Brandenburg im Speziellen zu sprechen. weiterlesen